Positionspapier zur Änderung des Transplantationsgesetzes

Positionspapier zur Änderung des Transplantationsgesetzes

07.05.2022

Positionspapier zur Änderung des Transplantationsgesetzes

Die Schweizer Regierung will das Konsensparadigma bei der Organspende ändern. Das neu vorgeschlagene System basiert auf der Wiederspruchslösung im Gegensatz zur Zustimmungslösung, die die Schweiz bisher kannte. Mit einem JA zu dieser Änderung des Transplantationsgesetzes wird neu generell davon ausgegangen, dass jede Person in der Schweiz ein*e potenzielle Organspender*in ist, sofern sie nicht eindeutig das Gegenteil erklärt hat (Widerspruch).

Laut Swisstransplant, der Schweizerischen Stiftung für Organspende und -transplantation, verschärft das bestehende System des expliziten Konsenses den seit langem bestehenden Organmangel in der Schweiz: Im Durchschnitt sterben jede Woche zwei Menschen aufgrund der zu langen Wartelisten für eine Organspende.

In der Schweiz ist die Zahl der Organspender*innen im Verhältnis zum Bedarf immer noch zu gering. Das neue Gesetz zielt darauf ab, die Zahl der potentiellen Spender*innen auf das Niveau der Nachbarländer (ca. 25-30 pro Million Einwohner) anzuheben, die die Widerspruchslösung bereits anwenden. So können die Wartezeiten verringert und die Patient*in angemessen behandelt werden.

Deshalb rät Volt den Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern, das neue Paradigma der Organspende mit einem JA an der Urne zu unterstützen.Wir fordern die Behörden jedoch auf, einen gründlichen Plan zu erstellen, um die Schweizer Bevölkerung angemessen über das neue Modell zu informieren und sie rechtzeitig und genau zu benachrichtigen, um die Präferenzen derjenigen zu wahren und zu respektieren, die eine Organspende ablehnen.